Neuer Hochwasserschutz in Monsheim bei Großübung aktiviert


MONSHEIM - Seit einem Jahr stehen die Bauwerke für den Hochwasserschutz in Monsheim und Kriegsheim. Schon etwas länger steht der Riegel oberhalb der Monsheimer Ortslage, mit dem Wasser der Pfrimm zurückgehalten werden kann. Nun war es an der Zeit mit den Feuerwehren der Verbandsgemeinde für den Ernstfall zu proben.

Angenommen wurde am Samstagmorgen um 6 Uhr ein aktueller Wasserstand von 140 cm – gemessen am Pegel an der Tränkgassenbrücke. Für die Monsheimer Feuerwehreinheit bedeutete dies, dass die erste Stufe laut „Alarm- und Einsatzplan Pfrimm“ zu aktivieren war. Im Klartext heißt dies, dass Wehrleitung, Wehrführung, Bürgermeister, Ordnungsbehörde und technische Dienste der VG zu alarmieren waren. Erste aktive Handlung der Feuerwehr: Einsetzen der in der Garage an der Silvanerstraße eingelagerten mobilen Teile in der Schutzmauer zur Tränkgasse.

Mit dem angenommenen Wasserstand 180 cm wurde die zweite Alarmstufe ausgerufen und weitere Feuerwehren angefordert, so wie auch die Mitarbeiter der Bauhöfe von Orts- und Verbandsgemeinde.

Mit dem großen Wechsellader wurden die mobilen Spundwände angeliefert, die von der Silvanerstraße im Osten bis zur Gartenstadtstraße im Westen rechts und links der Pfrimm einzubauen waren. Hier war es wichtig, erstens die richtige Reihung der Teile im Container auf dem Wechsellader festzustellen und zweitens die Zuordnung zu den Öffnungen in den Schutzwänden zusammen zu fügen. Die Vorbereitung der Werkzeuge für den Einbau der Pfosten stellte sich als Herausforderung dar. Es wurde vor Ort festgestellt, dass die Vorhaltung der Werkzeuge und Pläne je Standort zu optimieren ist. Vom Wechsellader aus konnten Bauhofmitarbeiter mit dem Radlader die Pfosten und die Spundwände zum fachgerechten Einbau anliefern. Wehrleiter Eike Milch erklärte hierzu, dass das Einbringen der Spundwände die Hauptaufgabe im Ernstfall darstellt, eine Aufgabe, die von möglichst vielen Feuerwehraktiven „im Schlaf“ erledigt werden soll.  

Weitere Einheiten, wie auch die Führungsstaffel der VG Alzey-Land wurden mit der angenommenen Wasserhöhe von 2 Metern in der 3. Stufe alarmiert. Jetzt wurden die Spundwände an der Rüstermühle eingebaut, ebenso östlich der Silvanerstraße.

In der Bauhofhalle der Verbandsgemeinde wurden währenddessen Sandsäcke gefüllt, die überall dort, wo Dämme und Uferverwallungen sind, in Gitterboxpaletten deponiert wurden. Diese werden nur im Bedarfsfall auch tatsächlich eingesetzt und werden anschließend in der Bauhofhalle wieder trocken eingelagert.

Als wäre dies alles nicht schon genug, traten auch in Wachenheim Probleme zutage, da Baumstämme an der Versickerungsmulde ein Abfließen des durch den Regen aufgestauten Wassers behinderten. Die ortskundige Wachenheimer Wehr konnte diese Situation mit Unterstützung der Offsteiner rasch bereinigen.

Schließlich waren alle Feuerwehreinheiten aus der gesamten Verbandsgemeinde im Einsatz, ergänzt durch die Führungsstaffel der VG Alzey-Land und ebenso Mitarbeiter aus dem Ordnungsamt und der Bauhöfe von Orts- und Verbandsgemeinde. Das waren insgesamt 98 Personen, 17 Feuerwehrfahrzeuge waren im Einsatz.  

Das Ziel der Übung, die Schutzeinrichtungen einzubauen, die Komplettierung der Werkzeuge und der Einzelteile festzustellen und den Einsatz von Menschen, Zeit und Maschinen zu optimieren und zu quantifizieren, wurde deutlich erreicht. Wehrleiter Eike Milch attestierte gemeinsam mit seinen Kollegen Tobias Tiedtke und Alexander Schäfer den Einheiten eine gute und engagierte Zusammenarbeit.1. VG-Beigeordneter Michael Röhrenbeck, der gemeinsam mit Ortsbürgermeister Kevin Zakostelny die Übung begleitete äußerte sich sehr positiv zu der gelungenen Übung: „Die Bevölkerung ist gut geschützt durch den verbauten Hochwasserschutz und die Feuerwehr tut ein Übriges, um weitere Risiken zu minimieren, bzw. Schaden abzuwenden“.  Um 12.30 Uhr war die Übung beendet.