Konzept für die Zukunft der Flörsheim-Dalsheimer Fleckenmauer vorgestellt


FLÖRSHEIM-DALSHEIM – Wie kann die Dalsheimer Fleckenmauer dauerhaft erhalten und zugleich für Einheimische und Gäste besser erlebbar werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das nun vorliegende Sanierungs- und Entwicklungskonzept, dessen Ergebnisse am 21. Oktober 2026 zahlreichen interessierten Bürgerinnen und Bürgern im Bürgerhaus vorgestellt wurden. Damit liegt nun eine fundierte Grundlage vor, um die notwendigen Arbeiten an dem historischen Wahrzeichen schrittweise vorzubereiten. Der weitere Prozess soll transparent und unter Einbindung der gesamten Bürgerschaft gestaltet werden.

Die spätmittelalterliche Fleckenmauer mit ihren sieben erhaltenen Türmen prägt den Dalsheimer Ortskern und gehört zu den besonderen Kulturdenkmälern Rheinhessens. Bereits Mitte der 1980er Jahre wurden Teilbereiche der Mauer sowie die Türme am Ober- und Untertor saniert. Die inzwischen erkennbaren Schäden machten jedoch deutlich, dass für den langfristigen Erhalt eine umfassende Bestandsaufnahme und ein darauf abgestimmtes Vorgehen erforderlich sind.

„Die Fleckenmauer ist ein Wahrzeichen unserer gesamten Verbandsgemeinde und darüber hinaus. Bereits bei der Erarbeitung des Zukunftskonzepts haben wir die Anwohnerinnen und Anwohner befragt und ihre Bedarfe aufgenommen. Daran möchten wir anknüpfen und auch die weiteren Schritte transparent gestalten. Deshalb werden wir die Bürgerinnen und Bürger und insbesondere die unmittelbar betroffenen Anwohner weiterhin mitnehmen, anstehende Entscheidungen nachvollziehbar erläutern und ihre Anregungen in die weiteren Planungen einbeziehen“, erklärt Ortsbürgermeister Tobias Rohrwick.

Ermöglicht wurde die Untersuchung durch das europäische Förderprogramm LEADER. Für die Konzepterstellung erhielt die Ortsgemeinde eine Premiumförderung von 88.652 Euro. Bei seinerzeit veranschlagten Gesamtkosten von rund 118.000 Euro entspricht dies einer Förderung von 75 Prozent; den verbleibenden Anteil trägt die Ortsgemeinde.

Das renommierte Büro Kayser & Böttges aus Mainz, welches u. a. auch die Sanierung der bekannten Freinsheimer Stadtmauer begleitet, untersuchte den Bestand, dokumentierte Schäden und deren Ursachen und erarbeitete Empfehlungen zur Instandsetzung. Zur Vorbereitung wurden die Anwohnerinnen und Anwohner im November 2025 über die vorgesehenen Vermessungsarbeiten informiert und um Unterstützung beim Zugang zu privaten Grundstücken gebeten.

Die Befunde zeigen Handlungsbedarf: Ausgewaschene Fugen, eindringende Feuchtigkeit, verwitterte Steine und Bewuchs beeinträchtigen die historische Bausubstanz. Auch frühere Reparaturen mit zementhaltigen Mörteln können Schäden begünstigen, weil sie den Feuchtetransport im Mauerwerk behindern. Empfohlen werden unter anderem eine behutsame Entfernung schädigenden Bewuchses, die Instandsetzung geschädigter Mauerpartien mit geeigneten Materialien sowie ein besserer Schutz der Mauerkronen vor eindringendem Wasser.

Über den baulichen Erhalt hinaus eröffnet das Konzept Perspektiven für die touristische Entwicklung. Vorgeschlagen werden ein Rundweg mit aufeinander abgestimmten Informationspunkten, anschauliche Schautafeln und das alte Dalsheimer Rathaus am Römer als zentraler Informations- und Ausgangspunkt. Auch die Anreise und Besucherlenkung werden berücksichtigt.

Im nächsten Schritt stehen Gespräche mit den Denkmalschutzbehörden an, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Ziel ist es, Mitte bis Ende 2027 einen ersten Antrag auf Fördermittel aus der Denkmalförderung des Bundes zu stellen. Um die Unterstützungsmöglichkeiten von Land und Bund auszuloten, sollen auch der zuständige Kommunalminister Sven Teuber sowie die beiden örtlichen Abgeordneten aus Landtag und Bundestag zu einem Ortstermin nach Flörsheim-Dalsheim eingeladen werden. Welche Maßnahmen in welchem Umfang umgesetzt werden können, hängt von der weiteren Planung und den verfügbaren Finanzierungsmöglichkeiten ab.

Um den Prozess öffentlich nachvollziehbar zu begleiten, hat die Ortsgemeinde unter  https://fleckenmauer.floersheimdalsheim.de eine Sonderseite eingerichtet. Dort werden künftig alle wichtigen Informationen zum Projekt und zu den weiteren Schritten gebündelt veröffentlicht.

„Die Sanierung der Fleckenmauer wird uns über viele Jahre begleiten. Umso wichtiger ist es, die Bürgerschaft von Anfang an mitzunehmen und nachvollziehbar zu machen, was notwendig ist und was wir als Gemeinde leisten können und auch müssen. Wir wollen gemeinsam einen Weg entwickeln, der die historische Substanz bewahrt und die Fleckenmauer für kommende Generationen erlebbar hält“, so Ortsbürgermeister Tobias Rohrwick abschließend.

Bildbeschreibung
Die historische Fleckenmauer prägt den Dalsheimer Ortskern. Das vorgestellte Sanierungs- und Entwicklungskonzept bildet die Grundlage für ihren langfristigen Erhalt.

Foto: Carsten Costard