Dach des historischen Rathauses in Mölsheim wird saniert


MÖLSHEIM – Seit dem Frühjahr 2026 laufen die Sanierungsarbeiten am Dach des historischen Rathauses in Mölsheim. Das Gebäude wird seit 2010 durch den Heimat- und Kulturverein Mölsheim genutzt, der sich zum Ziel gesetzt hat, das denkmalgeschützte Gebäude zu erhalten und schrittweise originalgetreu zu sanieren. Gleichzeitig werden unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten zur Stärkung der Dorfgemeinschaft angeboten. Verantwortlich für die Verkehrssicherheit des Gebäudes ist jedoch nach wie vor die Ortsgemeinde Mölsheim.

Nachdem Ayhan Coban, der Bautechniker der Verbandsgemeinde Monsheim, im vergangenen Jahr bei einer Begehung erhebliche Mängel im Bereich des Daches und der Dacheindeckung festgestellt hatte, wurde ein Sanierungskonzept erarbeitet und das Projekt zur Förderung aus dem Regionalen Zukunftsprogramm des Landes Rheinland-Pfalz angemeldet, welches ein Vollfinanzierung ermöglicht. Dies ist wichtig, da die Ortsgemeinde Mölsheim keine Eigenmittel für das Projekt bereitstellen kann.

Der Auftrag wurde im Februar durch den Ortsgemeinderat zum Preis von rund 47.000 Euro an den Dachdeckerbetrieb Nils Bernhardt aus Mörstadt als günstigstem Bieter vergeben. Die Gesamtkosten werden sich mit Blitzschutz und unvorhergesehenen Zusatzarbeiten letztlich auf etwa 65.000 Euro belaufen und komplett aus den der Verbandsgemeinde zur Verfügung stehenden Fördermitteln finanziert.

Die Arbeiten umfassten den Rückbau und die Sicherung der vorhandenen Dacheindeckung, die Demontage der vorhandenen Schalungen und den Rückbau von Dachrinnen und Blitzschutz. Sodann wurden ein Witterungsschutz und eine diffusionsoffene Bahn eingebaut, die Holzkonsolenverkleidungen erneuert sowie die beschädigten Mauer- und Putzstellen saniert und die Brandmauer zum Nachbargebäude ertüchtigt. Durch eine Fachfirma soll anschließend die Blitzschutzanlage erneuert werden.

Während das Gebälk des Daches noch in einem erstaunlich guten Zustand vorgefunden wurde und nur stellenweise erneuert werden musste, wies der Uhrenturm erhebliche Schäden auf, sodass die Holzverkleidung in Abstimmung mit der Denkmalpflege komplett rekonstruiert werden musste und nur das Gesims erhalten werden konnte. Die bisherige Abdeckung des Türmchens aus Kunststoffplatten wird durch eine Schiefereindeckung ersetzt, was dem Originalzustand entspricht. Weiterhin werden auch die Ziffernblätter am Turm wieder angebracht und zukünftig von einem digitalen Uhrwerk angetrieben, da die Ertüchtigung des historischen Uhrwerks den Kostenrahmen gesprengt und ständige Wartungskosten nach sich gezogen hätte. Dieses wird aber erhalten und soll vor Ort ausgestellt werden.

Abschließend soll bis spätestens Ende Juni die Eindeckung des Daches abgeschlossen werden, wobei auf der Südseite die noch intakten Ziegel der bisherigen Eindeckung und auf der Nordseite neue Ziegel verwendet werden.

Bei dem im Jahre 1899 erbauten Rathaus mit integriertem ehemaligen Spritzenhaus der Feuerwehr handelt es sich laut Angaben der Denkmalbehörde um einen gründerzeitlichen Klinkerbau. Bezeichnend für das Rathaus ist, dass mit ihm rein städtische Architekturformen auf das Land gelangten und – bedingt durch Traufstellung und Dachtürmchen mit eingebauter Turmuhr – damit ein wirkungsvoller neuer Akzent im Straßenraum geschaffen wurde. In der napoleonischen Zeit befand sich an dieser Stelle das Wachlokal der Franzosen.

Der Heimat- und Kulturverein hat seit 2013 aus Spendengeldern und mit Eigenmitteln bereits umfangreiche Sanierungsarbeiten im und am Gebäude vorgenommen. So wurden Fenster erneuert, Böden, Decken und Wände saniert, ein WC und eine Küchenzeile eingebaut und vor wenigen Jahren über eine Spende der AöR „Energieprojekte Monsheim“ die Treppe in den Keller und die Sandsteinstufen im Eingangsbereich erneuert.

Da dem historischen Rathaus auch im laufenden Prozess der Dorfmoderation eine wichtige Rolle für die Dorfgemeinschaft zugewiesen wird, freuen sich Ortsbürgermeister Maximilian Kniel und VG-Bürgermeister Ralph Bothe besonders, dass durch die Landesförderung nun ein weiterer bedeutender Schritt zum dauerhaften Substanzerhalt des Rathauses gegangen werden konnte. Beide danken Ayhan Coban für sein großes Engagement im Zusammenhang mit der Planung und Umsetzung der Dachsanierung.

 

Foto: Durch die zusätzliche Sanierung des Uhrenturms des Rathauses in Mölsheim verzögerte sich die Baumaßnahme um mehrere Wochen. Dafür wird das Gebäude nach Abschluss der Sanierung wieder annähernd in seinem Original-Zustand zu bewundern sein.

(Foto: Ayhan Coban)