OFFSTEIN – Zum symbolischen Spatenstich für die neue Südwest-Umgehung der Gemeinde Offstein konnte Bernhard Knoop, Leiter des Landesbetriebes Mobilität (LBM) Worms, am Ort der ersten Baumaßnahmen im „Sauerwieschen“ zahlreiche Gäste aus der Landes- und Kommunalpolitik, Vertreter der Planungsbüros und Bauunternehmen, insbesondere aber auch viele Offsteiner Bürgerinnen und Bürger begrüßen, für die der Baubeginn einen geradezu historischen Termin in der Ortsgeschichte darstellt.
Frühere Ratsmitglieder, wie der 84-jährige Manfred Schweitzer, erinnerten sich daran, dass die ersten Überlegungen und Pläne für die Umgehungsstraße bereits in den 1970er Jahren entwickelt wurden. 1979 wurde dann zwar der nordwestliche Abschnitt zwischen Hohen-Sülzen und der Zufahrt zur Rübenannahme fertiggestellt, die im Jahr 1987 vorgesehene Weiterführung in Richtung Dirmstein scheiterte aber aufgrund der Einsprüche eines landwirtschaftlichen Betriebes. Vor diesem Hintergrund bezeichnete Landrat Heiko Sippel die Straße als ein „Jahrhundertprojekt“ und betonte die enorme Bedeutung der Ortsentlastung für die Lebensqualität in der Gemeinde. „Für Offstein werden Träume wahr!“ formulierte der Landrat.
Tatsächlich kommt es vor allem an der Engstelle der Landesstraße im Bereich des historischen Rathauses und im dortigen Kreuzungsbereich immer wieder zu brenzligen Verkehrssituationen und gelegentlich sogar zur Beschädigung von Fassaden durch den Lkw-Verkehr. Man könne daher gar nicht genug betonen, wie wichtig diese Umgehung für die Bürgerinnen und Bürger in Offstein sei, unterstrich VG-Bürgermeister Ralph Bothe. Durch die belastende Verkehrssituation habe auch die Dorfentwicklung massiv gelitten. Der Wert der Immobilien werde nun wieder steigen und es werde sich wieder lohnen, in die Gebäude zu investieren. Bothe dankte namentlich mehreren Personen, die durch ihr persönliches Engagement ganz entscheidend dazu beigetragen hätten, den Baustart zu ermöglichen und das Projekt endlich zu realisieren. Dazu gehörten der frühere stellvertretende Leiter des LBM Worms, Martin Schafft, der die Pläne wieder aus der Schublade geholt und 2013 eine Detailplanung in Auftrag gegeben habe, die frühere Landtagsabgeordnete Kathrin Anklam-Trapp, die immer wieder Entscheidungsträger aus der Landespolitik nach Offstein holte und für das Projekt warb, und nicht zuletzt der Werkleiter der Südzucker AG im Werk Offstein, Dr. Steffen Hammer, der stets mit Nachdruck auf die Bedeutung der Verkehrsinfrastruktur für den immer noch expandierenden Verbund-Standort der Südzucker AG und die Zukunft der rund 700 Arbeitsplätze hingewiesen habe.
So betonte auch Markus Wolf, Staatssekretär im Innen- und Verkehrsministerium Rheinland-Pfalz, dass die Umgehung Offstein-Südwest nicht nur weniger Verkehr und mehr Lebensqualität für die Menschen in der Gemeinde bringe, sondern auch den Wirtschaftsstandort stärke. Schließlich steuern während der Zuckerrübenkampagne mehr als 800 Lkw täglich das Werk an der Grenze zwischen Rheinhessen und der Pfalz an, von denen einige bisher durch die enge Ortslage fahren müssen.
Fast drei Jahre soll nun westlich von Offstein gebaut werden. Zunächst wird die 23 Meter lange „Stegmühlenbrücke“ über den Eisbach hergestellt, die mit einer Breite von 10,60 m und Baukosten von 1,54 Mio. Euro bis Sommer 2027 fertiggestellt sein soll. Anschließend erfolgt der Ausbau der ca. 1.200 Meter langen Straße mit einer Fahrbahnbreite von 6,50 m und des Kreisverkehrs am westlichen Ortseingang, sowie die Anbindung an die L 455 in der „Dirmsteiner Hohl“. Die Baukosten in Höhe von insgesamt rund 5 Mio. Euro übernimmt das Land Rheinland-Pfalz.
„Ortsumgehungen, die komplett vom Land bezahlt werden, sind selten geworden,“ sagte Staatssekretär Markus Wolf. Dies sei ein Beleg für die herausragende Bedeutung der Straße, die – wenn alles nach Plan verläuft – im 1. Halbjahr 2029 eingeweiht werden kann.
Bild: Mit dem symbolischen ersten Spatenstich durch Bernhard Knoop (Leiter des LBM Worms), Dr. Steffen Hammer (Werkleiter Werk Offstein der Südzucker AG), VG-Bürgermeister Ralph Bothe, Landrat Heiko Sippel, Staatssekretär Markus Wolf, Bauleiter Jens Benda, Lutz Nink (Planungsleiter LBM) und Ortsbürgermeister Andreas Böll (v.l.) begann offiziell der Bau der Südwest-Umgehung Offstein. (Foto: Michael Röhrenbeck)


