Flörsheim Dalsheim-14.jpg

monsheim

Ortsgemeinde Monsheim
Wappen MO.JPG

Im Monsheimer Schloss steht ein Hinkelstein, der aus einem 1866 entdeckten, nördlich der Ortsgemeinde gelegenen Gräberfeld stammt. Nach diesem Kalksteinblock hat man die hier vor gut 7000 Jahren lebenden Menschen „Hinkelsteingruppe“ genannt. Wegen der Verzierungsart ihrer Tongefäße zählt man sie zu den Bandkeramikern. In der Nähe des Bahnhofs hat man 1901 fränkische Gräber gefunden. Bei einem der Skelette waren 12 cm lange Nägel durch die Füße geschlagen, in der Herzgegend fand sich eine Eisenmesse. Das deutet auf eine Bestattung zu heidnischer Zeit hin, als die Franken noch Angst vor Wiedergängern hatten. Das sind Tote, die nicht zur Ruhe kommen und durch die Welt der Lebenden geistern. Wäre das nicht die ideale Vorlage für einen Monsheim-Comic mit dem Titel „Obelix und die Vampire“? Eigentlich besteht Monsheim aus zwei Dörfern. Da sind einmal die „Bachstelze“ und dann die „Sandhase“. Ersteres steht für die Nähe des alten Dorfes Monsheim an der Pfrimm, letzteres für die Sandgruben im heutigen Ortsteil Kriegsheim, wo früher Kaolin (Porzellanerde) abgebaut wurde. Beide Dörfer sind erstmals 766 in Lorscher Urkunden erwähnt. 

Noch 1394 war das Monsheimer Schloss eine Wasserburg. In Kriegsheim erinnert ein dreigeschossiger Wohnturm in der Tränkgasse an die ritterlichen Ortsherren aus dem 14. Jahrhundert. Die Herren von Wachenheim errichteten zwischen 1629 und 1651 das neue Herrenheus des Schlosses in Formen der Renaissance. Etwa zur gleichen Zeit siedelten die leiningischen Ortsherren Mennoniten (Täufer) aus der Schweiz und Quäker im vom dreißigjährigen Krieg entvölkerten Dorf Kriegsheim an. Eine Mennonitengemeinde besteht bis heute. Auch David Möllinger, der „Vater des pfälzischen Ackerbaus“ gehörte dazu. 

Von 1780 bis 1852 gehörte das Schloss der Familie von Gagern. Heinrich von Gagern wurde am 19. Mai 1848 zum Präsidenten des ersten freigewählten, deutschen Parlaments in der Frankfurter Paulskirche gewählt. Als Führer der Liberalen, die für eine konstitutionelle Monarchie eintraten, wie man sie heute noch in England kennt, lieferte er sich mir den republikanisch gesinnten Demokraten, die im südlichen Wonnegau in der Mehrheit waren, zahlreiche Debatten. Aber als Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Vereins von Rheinhessen engagierte er sich auch für Agrarreformen und im Darmstädter Landtag wehrte er sich schon zwanzig Jahre zuvor heftig gegen den preußisch-österreichischen Überwachungsstaat. 

Heute ist Monsheim Sitz der Verbandsgemeinde. Für die Verwaltung wurde die 1714 errichtete Anhäuser Mühle ausgebaut. Im regionentypischen Kreuzgewölbestall und in der zum Saal umgebauten ehemaligen Scheune finden zahlreiche kulturelle Veranstaltungen statt. Im Hof erinnert die Plastik der „Hinkelsteinerin“ des Wormser Bildhauers Gustav Nonnenmacher an die jahrtausendalte Geschichte der Siedlung. 

Die 1995 gebaute Umgehungsstraße "An den Mühlen", welche Worms im Süden von Monsheim an die pfälzische Weinstraße anschließt, ermöglicht jetzt einen dorfgerechten Ausbau der alten Ortskerne. Hinterm Schloss kann man über einen Vogellehrpfad an der Pfrimm entlang nach Wachenheim wandern. An der alten Bundesstraße und an der Pfrimm Richtung Worms bieten sich Radwege für Ausflüge an. 

Die Grundschule ist nach Heinrich-von-Gagern benannt. Ihr angeschlossen ist eine große Schulsporthalle der Verbandsgemeinde. Die Ev. Kirchengemeinde ist Trägerin eines Kindergartens. Beim Monsheimer Markt am zweiten Wochenende im September erwartet die Besucher ein umfangreiches, viertägiges Programm mit Umzug. Ein Wochenende später feiert man in Kriegsheim Kerb.

Weitere Informationen zur Ortsgemeinde Monsheim finden sie auf der offiziellen Homepage der Gemeinde .

Damit wir Ihnen ein optimales Besucher-Erlebnis bieten können, verwendet diese Seite Cookies.