Ratssaals der Anhäuser Mühle ist nach Sanierung wieder nutzbar


MONSHEIM – Fast zwei Jahre, nachdem Experten festgestellt hatten, dass für die Tragkonstruktion am Dach des Ratssaals der Anhäuser Mühle durch Baumängel aus den 1980er Jahren, Fraßschäden und Pilzbefall eine Generalsanierung erforderlich ist, konnten die Sanierungsarbeiten nun abgeschlossen und das Baugerüst endlich aus dem Hof des historischen Anwesens entfernt werden. Der Ratssaal ist ab der kommenden Woche wieder nutzbar; die Sitzungen des Verbandsgemeinderates und die Kulturveranstaltungen werden jedoch wegen der Corona-Regelungen zunächst weiterhin an anderer Stelle stattfinden müssen. Im Ratssaal werden bis auf Weiteres nur Sitzungen kleinerer Gremien durchgeführt werden können.

Zu Verzögerungen war es bei dieser Maßnahme bereits von Beginn an gekommen, da die äußerlich kaum sichtbaren Schäden zunächst von Experten sehr aufwändig untersucht werden mussten. Danach war es erforderlich, ein Sanierungskonzept mit der Denkmalpflege abzustimmen und geeignete Fachplaner und Handwerker für die fachlich anspruchsvollen Arbeiten zu finden. Die gute Auslastung der Betriebe und die mangelnde Verfügbarkeit von Baumaterialien führten schließlich dazu, dass mit den eigentlichen Bauarbeiten erst im Oktober 2020 begonnen werden konnte und sich die ursprünglich für das Frühjahr 2021 geplante Fertigstellung bis in den Herbst hingezogen hat.

Dennoch ist VG-Bautechniker Ayhan Coban mit der Arbeit der beteiligten Unternehmen durchweg zufrieden. Diese hätten – soweit Material verfügbar war – präzise und zügig gearbeitet. Mit den Dachdecker- und Zimmermannarbeiten war das Wormser Unternehmen Rheintal-Fachwerkbau beauftragt worden, die Rohbauarbeiten wurden von der Monsheimer Firma Dennis Biedert ausgeführt und für die Malerarbeiten war die Firma Kleinert aus Worms zuständig. Da zusätzlich zu den ursprünglich geplanten Arbeiten bei der Ausführung auch noch die Fassade, die Innenwände und die Fenster des Ratssaals ausgebessert und neu gestrichen wurden, sowie weitere Reparaturen ausgeführt wurden, erhöhten sich die ursprünglich mit 230.000 Euro angesetzten Kosten auf knapp 300.000 Euro. Allerdings war es sinnvoll und wirtschaftlich, das vorhandene Gerüst für diese ohnehin notwendigen ergänzenden Arbeiten zu nutzen.

Mit der Fertigstellung des Ratssaals sind allerdings die Baumaßnahmen am Verwaltungsgebäude noch nicht endgültig abgeschlossen. Wegen des – zumindest für die kommenden Jahre – erhöhten Personalbedarf in Folge zahlreicher geplanter Projekte der Verbands- und Ortgemeinden sowie neuer gesetzlicher Anforderungen in den Bereichen Kindertagesstätten, Schulen, Digitalisierung und Steuerrecht müssen zusätzliche Stellen geschaffen und entsprechende Arbeitsplätze bereitgestellt werden. Mit den Aufsichts- und Genehmigungsbehörden wurde abgestimmt, hierfür zunächst befristet einen Bürokomplex in Systembauweise südlich an das Verwaltungsgebäude anzubauen. Diese Module sind schnell verfügbar und verhältnismäßig kostengünstig.

„Innerhalb der kommenden fünf Jahren können wir dann entscheiden, welcher Personalbedarf längerfristig besteht, und ob für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Arbeitsplätze im Verwaltungsgebäude vorgehalten werden müssen“, erläutert VG-Bürgermeister Ralph Bothe. „Durch Aufgabenverlagerungen zwischen den Verwaltungsebenen, zunehmende Digitalisierung und Homeoffice- oder Teilzeitregelungen kann sich die Situation in den kommenden Jahren in die eine oder andere Richtung entwickeln. Darauf können wir dann entsprechend flexibel reagieren.“

Diese Einschätzung teilen auch die Fraktionen des Verbandsgemeinderates und haben der Beschaffung der mobilen Büromodule für acht zusätzliche Arbeitsplätze zum Gesamtpreis von rund 200.000 Euro einstimmig zugestimmt. Sofern die Genehmigungen rechtzeitig eingehen und es nicht zu Lieferverzögerungen kommt, sollen die zusätzlichen Büros im Februar 2022 bezugsfertig sein.

Bild: Nach der Generalsanierung fügt sich der Ratssaal auch optisch wieder in das denkmalgeschützte Ensemble der Anhäuser Mühle ein. (Foto: Stephan Beer)