Feuerwehr der VG Monsheim hilft im Hochwasser-Katastrophengebiet


VG MONSHEIM / BAD NEUENAHR-AHRWEILER – Extreme und langanhaltende Niederschläge haben in der vergangenen Woche zu nie dagewesenen Überschwemmungen im Norden von Rheinland-Pfalz und Teilen Nordrhein-Westfalens geführt. Insbesondere im Ahrtal hat eine gigantische Flutwelle unfassbare Verwüstungen angerichtet und viele Menschen das Leben gekostet. In zahlreichen Gemeinden wurde ein Großteil der Gebäude stark beschädigt oder sogar vollständig zerstört. Die Menschen müssen nun bereits seit Tagen ohne eine funktionierende Wasser-, Strom- und Gasversorgung auskommen. Auch das Kanalnetz ist teilweise so stark beschädigt oder mit Schlamm und Geröll verstopft, dass es vermutlich komplett erneuert werden muss. Dies wird – ebenso wie die Erneuerung von Straßen und Brücken – mehrere Monate bis viele Jahre dauern.
Um den betroffenen Menschen zu helfen, ist auch die Feuerwehr der VG Monsheim – gemeinsam mit anderen Wehren aus dem Landkreis – seit Donnerstag vergangener Woche vor Ort im Einsatz. Rund 50 Einsatzkräfte aus allen sieben Ortsgemeinden wechseln sich seither im Schichtbetrieb rund um die Uhr ab. Da wegen der fehlenden Infrastruktur eine Unterbringung in der Krisenregion nicht möglich ist, erfolgt die Hin- und Rückfahrt jeweils in Einsatzfahrzeugen oder Reisebussen. Eine Schicht verlängert sich dadurch nicht selten auf 13 bis 14 Stunden.
Mit dem Mehrzweckfahrzeug aus Offstein, dem Rüstwagen aus Monsheim und Mannschaftstransportfahrzeugen waren unsere Einsatzkräfte zunächst in Ahrweiler im Bereich des Kurparks stationiert. Hier wurde eine Kommunikations- und Versorgungskette aufgebaut, Keller ausgepumpt, eine Seniorenresidenz mit 400 Appartements evakuiert und Straßen geräumt. Es folgten Einsätze in den noch weitaus stärker betroffenen Gemeinden Altenahr und Marienthal. Hier fehlt es den Menschen nach wie vor an strukturierter Hilfe, was angesichts der Dimension der Zerstörung im gesamten Ahrtal und der schlechten Erreichbarkeit einzelner Gemeinden kaum verwunderlich ist.
Wehrleiter Eike Milch und seine Stellvertreter Tobias Tiedtke und Marco Steinebach koordinieren im Wechsel den Einsatz vor Ort und haben gleichzeitig den Brandschutz in der VG Monsheim personell und mit entsprechenden Fahrzeugen sicherzustellen. Dazu stehen sie in permanentem Kontakt mit VG-Bürgermeister Ralph Bothe, der am Freitag und Samstag selbst Einsatzkräfte nach Ahrweiler gefahren hat und sich dort ein Bild der Lage machen konnte. Er dankte den Feuerwehrleuten für ihr großes Engagement und die enorme Hilfsbereitschaft. Schließlich handele es sich häufig um die gleichen Kameradinnen und Kameraden, die noch bis vor kurzem täglich im Corona-Testzentrum aktiv gewesen seien.
Auch viele Bürgerinnen und Bürger wollen angesichts der schrecklichen Bilder ihren Beitrag leisten. So führte ein Aufruf am vergangenen Freitag zu einer spontanen Welle der Spendenbereitschaft. Innerhalb weniger Stunden wurden so viele Sachspenden bei der Feuerwehr abgegeben, dass rund 30 Helferinnen und Helfer über mehrere Stunden alle Hände voll zu tun hatten, um die Hilfsgüter zu sortieren und fünf Transportfahrzeuge zu beladen, welche das Material noch am selben Tag in die Eifel brachten.
Während derzeit keine Sachspenden mehr angenommen werden können, weil die Lager am Nürburgring überfüllt sind, bittet die Landesregierung um Geldspenden:

Stichwort: „Katastrophenhilfe Hochwasser“
Empfänger: Landeshauptkasse Mainz
IBAN: DE78 5505 0120 0200 3006 06

Auch die Feuerwehr der VG Monsheim bittet um Spenden, da u.a. Einsatzkleidung ersetzt und zusätzliche Ausrüstungsgegenstände beschafft werden müssen:

Stichwort: „Hochwassereinsatz Feuerwehr“
Empfänger: Verbandsgemeindekasse Monsheim
IBAN: DE08 5535 0010 0000 0400 48


Bild: Einsatzkräfte der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Monsheim im Hochwassereinsatz an der Ahr.