Wachenheimer Initiative gestaltet Insektengarten


WACHENHEIM – Auf einer rund 200 m² großen Fläche südwestlich der Pfrimmbrücke an der Kreisstraße 1 in Wachenheim ist in den vergangenen Monaten ein Paradies für Insekten entstanden. Der „Insektengarten“ wurde durch Bürgerinnen und Bürger mit Unterstützung der Gemeinde und Förderung aus EU-Mitteln durch die LEADER-Region „Rhein-Haardt“ geschaffen.

Als sich der örtliche Bauausschuss vor längerer Zeit mit der zukünftigen Gestaltung des über viele Jahre von Mitgliedern des Wander- und Verschönerungsvereins Zellertal (WVZ) gepflegten Areals beschäftigte, regte Manfred Barth an, hier „etwas für die Insekten zu tun“. Dieser Vorschlag wurde im Arbeitskreis „Unser Dorf hat Zukunft“ aufgegriffen. Als man sich grundsätzlich über das weitere Vorgehen einig war, entwickelte Saskia Hoppe das Konzept für den „Insektengarten“. Sie ist federführend verantwortlich für die Planung und Gestaltung der Anlage und hat – gemeinsam mit Helferinnen und Helfern aus dem Arbeitskreis und der Bürgerschaft – das Vorhaben auch in ehrenamtlicher Arbeit umgesetzt.

Über die Geschäftsstelle der LEADER-Region bei der VG-Verwaltung in Monsheim können derartige Vorhaben mit bis zu 2.000 Euro gefördert werden. „Für die Unterstützung ehrenamtlicher Bürgerprojekte aus EU-Mitteln können sich Vereine, aber auch nicht fest organisierte Gruppen aus der Bürgerschaft Bewerben“, erläutert VG-Bürgermeister Ralph Bothe, der auch Vorsitzender der LEADER-Region ist. „Die Projekte müssen zwar den Vorgaben der regionalen Entwicklungsstrategie entsprechen, aber das Regelwerk ermöglicht eine große Bandbreite an Ideen. Im Zweifelsfall erfolgt eine Beratung durch unseren Geschäftsführer Dennis Zimmermann oder den Regionalmanager Dr. Peter Dell.“ Zwar seien die Regionalmittel derzeit verbraucht, aber im Amtsblatt erfolge ein neuer Projektaufruf, sobald weitere EU-Gelder zur Verfügung stünden.

In Wachenheim übernahm Hans Lösch die Koordination des Förderantrages und die finanzielle Abwicklung des Projekts. Neben den EU-Mitteln und der Eigenleistung waren auch private Spenden und die tatkräftige Unterstützung aus der Landwirtschaft und durch die Gemeinde erforderlich, um den „Insektengarten“ zu realisieren.

Jetzt ist die Fläche hergerichtet und wird bereits von ersten kleinen Bewohnern in Besitz genommen. Für die Ansiedlung möglichst vieler Insektenarten war es wichtig, ein breites Angebot an verschiedenen Nist- und Versteckmöglichkeiten, Nestbaumaterialien, Wasserstellen und Futterpflanzen bereitzustellen: Offene Sand-, Lehm- und Erdflächen bieten Nistmöglichkeiten für Wildbienen, Wespenarten, Hummeln, Käfer, Ameisen und Heuschrecken, die dort ihre Eier ablegen. Gesteinsbrocken bieten Unterschlupf durch Hohlräume und ermöglichen so den Nestbau von freibauenden Insektenarten wie Mörtel-, Mauer- und Harzbienen. Holz-Hackschnitzel bieten Käferlarven eine ideale Kinderstube und Reisighaufen eignen sich als Winterquartier z.B. für Florfliegen, Schmetterlinge oder Reptilien. Auch das vorhandene Totholz wird von den Insekten gerne besiedelt.

Die zahlreichen unterschiedlichen Arten von Kräutern und Wildrosen, die auf der Fläche gepflanzt wurden und erst in den kommenden Jahren ihre volle Pracht entfalten werden, bieten Nahrung für alle Arten von Insekten und zahlreiche Vögel und Säugetiere. Über die Vielfalt der vorhandenen Pflanzenarten kann man sich an der aufwändig gestalteten Informationstafel und einer Stele informieren – auch diese sind das Ergebnis der Gespräche im Arbeitskreis und der Planung von Saskia Hoppe.

„Mit einer solchen Fläche leisten wir einen kleinen Beitrag zum Artenschutz, werten unsere Gemeinde weiter auf und geben vor allem eine Anregung, wie man innerörtliche Flächen im Sinne der Natur nachhaltig gestalten kann“, freut sich Ortsbürgermeister Dieter Heinz und bringt seinen Dank und seine Anerkennung für die Leistung der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer zum Ausdruck.

Bild: An der Pfrimm in Wachenheim ist als ehrenamtliches Bürgerprojekt ein Insektengarten entstanden.