Stahl-Tragwerk der Rheinhessenhalle eingebaut


MONSHEIM – Beim Bau der Rheinhessenhalle in Monsheim konnte ein weiterer Meilenstein erledigt werden: Durch die Firma Stahlbau Westerwald GmbH aus Heiligenroth wurden die 12 Stahlträger eingebaut, welche später nicht nur das Dach, sondern auch zahlreiche technische Anlagen und Sportgeräte tragen werden. Die jeweils 37 Meter langen und 2,80 Meter hohen, filigran gestalteten Stahlbauteile wurden vor Ort aus jeweils zwei Elementen zusammengebaut und mit einem großen Autokran in die vorbereiteten Montageöffnungen gehoben. Sie werden an Fixpunkte durch Querträger am Ober- und Untergurt verbunden, wodurch ein sehr stabiles Flächentragwerk entsteht, welches die gesamte Halle und den Zuschauerbereich überspannt. Dadurch sind keine Stützen im Bereich der Tribüne erforderlich und alle Zuschauer haben jederzeit einen ungestörten Blick auf das gesamte Sportfeld und die Bühne. Auf den Obergurten liegen in regelmäßigen Abständen kleine Geräteträger. Von diesen werden später die Lüftungsgeräte, Deckenstrahlplatten der Heizung, die Elektroversorgung und einzelne Sportgeräte abgehängt. An den Querträgern am Untergurt wird die Hallenbeleuchtung befestigt.

In der letzten Sitzung des Verbandsgemeinderates wurden unterdessen die nächsten Aufträge vergeben. Die jeweils günstigsten Bieter erhielten die Zuschläge für die Elektro-, Sanitär-, Lüftungs- und Heizungsbauarbeiten, sowie für den Trockenbau. Unter den beauftragten Firmen ist mit der Mörstädter Wendel Elektrotechnik auch ein Unternehmen aus der Verbandsgemeinde Monsheim.

Zuvor hatten VG-Bürgermeister Ralph Bothe und Architekt Peter Strobel die Ausschüsse detailliert über die Kostenentwicklung nach Vergabe von rund drei Viertel aller Aufträge informiert. Gegenüber der ursprünglichen Planung aus dem Jahr 2017 ergeben sich dabei Steigerungen von gut 30 %, welche in drei Kategorien eingeteilt werden können.

Zunächst trägt die allgemeine Kostenentwicklung im Baugewerbe – abzulesen im Baukostenindex – mit etwa 15 % erheblich zu der Entwicklung bei. Ursachen sind die gute Konjunktur am Bau, Lohnerhöhungen und Preissteigerungen bei Rohstoffen. Andere Mehrkosten sind in Folge der zusätzlichen Anforderungen entstanden, welche sich aus der Statik, der Prüfstatik oder dem Brandschutzgutachten ergeben haben, sowie als Auflagen aus der Baugenehmigung zu erfüllen waren.

Mit rund 5,6 % oder 520.000 Euro schlagen Kostensteigerungen zu Buche, welche auf Wünsche des Bauherrn und der späteren Nutzer zurückzuführen sind. Hierzu zählen die Treppenanlage zur direkten Anbindung der oberen Parkplatzebene und der Kindertagesstätte ebenso, wie eine bessere technische Ausstattung der Küche und die Installation zusätzlicher Sportgeräte, um den Vereinen aus verschiedensten Sportarten eine möglichst optimale Nutzung der Halle zu ermöglichen. Insbesondere mit dem TV Monsheim und dem Rheinhessischen Turnerbund wurden die Voraussetzungen abgestimmt, um später auch überregionale Wettkämpfe in der Halle austragen zu können.

Wesentlicher Kostentreiber ist jedoch die zum 01.09.2018 in Kraft getretene Änderung der Versammlungsstättenverordnung für Rheinland-Pfalz. Hieraus ergeben sich erhebliche Planungsänderungen hinsichtlich des Brandschutzes, welche fast alle Gewerke betreffen und in der Planungsphase nicht absehbar waren. Diese Änderungen führen allein zu Kostensteigerungen in Höhe von etwa 950.000 Euro, sollen aber letztendlich zur Erhöhung der Sicherheit für alle Nutzerinnen und Nutzer beitragen.

Bürgermeister Bothe betonte, dass die Bauverwaltung permanent daran arbeite, Kosten einzusparen, ohne die Qualität des Bauwerks zu beeinträchtigen. Leider würden diese Bemühungen ständig durch neue Auflagen und Anforderungen zunichtegemacht. „Wir haben dennoch insgesamt gute Ausschreibungsergebnisse und werden auch durch die Mehrwertsteuersenkung 2021 noch größere Summen einsparen,“ betont Bothe. Die derzeit extrem günstigen Kommunaldarlehen tragen ebenfalls dazu bei, dass die Gesamtfinanzierung gesichert ist.

 

Bild: Innerhalb von nur zwei Tagen wurde das Stahl-Tragwerk der Rheinhessenhalle eingebaut.