Verkehrsminister Dr. Volker Wissing überreicht Förderbescheid für Zellertalbahn


ZELLERTAL-HARXHEIM – Es war ein wichtiger Tag für die Zukunft der Verkehrsinfrastruktur im Zellertal: Am Bahnhaltepunkt in Harxheim überreichte der rheinland-pfälzische Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Dr. Volker Wissing den lang ersehnten Förderbescheid des Landes für die Ertüchtigung der rund 28 km langen Zellertal-Bahn zwischen Monsheim und Langmeil. Mit 6,7 Mio. Euro beteiligt sich das Land an den Kosten, die auf insgesamt 8,3 Mio. Euro geschätzt werden. Den restlichen Betrag bringen die Landkreise und Verbandsgemeinden entlang der Strecke auf. Die Verbandsgemeinde Monsheim hat einen Finanzierungsanteil von rund 160.000 Euro zugesagt.

Zu der Veranstaltung in Harxheim konnte der Landrat des federführenden Donnersbergkreises, Rainer Guth, zahlreiche Landtagsabgeordnete, Bürgermeister und Ratsmitglieder aus der Region begrüßen und betonte, dass die Bahnstrecke seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 1872 eine wichtige Verbindung zwischen der Pfalz und Rheinhessen gewesen sei. Er hoffe, dass die beiden Regionen durch die Ertüchtigung der Bahnstrecke mittelfristig noch enger zusammenrücken werden. Schließlich sei es das erklärte Ziel, nach der Wiederaufnahme des Ausflugsverkehrs in absehbarer Zeit auch die Integration in den Rheinland-Pfalz-Takt zu erreichen. Guth dankte allen, die sich in den vergangenen Jahren für den Erhalt und die Sanierung der Bahnstrecke eingesetzt haben und lobte dabei insbesondere das Engagement des Fördervereins Eistalbahn / Zellertalbahn.

„Ich freue mich, heute ein so wichtiges und bedeutendes Projekt für die Menschen hier in der Region freigeben zu dürfen!“, sagte Dr. Volker Wissing bei der Übergabe des Förderbescheids an Landrat Guth. Wissing hob die vielfältigen Vorzüge der Bahn hervor: „Die Zellertalbahn verbindet die beiden größten deutschen Weinbaugebiete Rheinhessen und die Pfalz. Sie ist wie geschaffen für touristische Ausflugsverkehre – was natürlich auch den Anwohnern zugutekommt. Als Tourismusminister kann ich Ihnen verraten, dass das Zellertal mit seinem Zellertalweg gerade jetzt im goldenen Herbst ein attraktives Ziel ist. Die strukturpolitische Bedeutung der Bahn wird nochmals gesteigert durch die Möglichkeit, hier Güterverkehr fahren zu lassen“, sagte der Minister.

Wissing dankte auch Landrat Guth und dessen Vorgänger Winfried Werner für deren Einsatz: „Der Donnersbergkreis hat einen großen Anteil am Gelingen des Projektes.“ Der Kreis habe unmittelbar nach Veröffentlichung der Förderrichtlinie im Jahr 2016 den Kontakt zum Land aufgenommen. „Gemeinsam haben wir alles unternommen, um das Zukunftsprojekt Zellertalbahn wahr werden zu lassen“, so Wissing. Er ging auch auf die kritische Stellungnahme des Landesrechnungshofes ein und machte deutlich, dass er dessen Arbeit zwar sehr schätze, politische Zukunftsentscheidungen aber nicht ausschließlich unter rein wirtschaftlichen Erwägungen getroffen werden könnten – zumal wenn eine so große Einigkeit in Bezug auf ein Projekt bestünde.

Der Vorsitzende des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd, Michael Heilmann, sagte zu, die Entwicklung der Zellertalbahn auch weiterhin fachlich zu begleiten und zu unterstützen. Neben der nun geplanten Ertüchtigung der Schienenstrecke, der Erneuerung der Signaltechnik und dem Ausbau der Bahnübergänge müssten schließlich auch barrierefreie Haltepunkte hergestellt werden. Dafür werde der Zweckverband eine Projektstudie beauftragen und finanzieren, mit welcher der Neubau von Bahnsteigen in allen Orten entlang der Strecke untersucht werden soll. Darin enthalten ist auch der Neubau eines Bahnsteigs am Bürgerhaus in Wachenheim.

Im Gespräch mit Landrat Rainer Guth regte VG-Bürgermeister Ralph Bothe an, einen regelmäßigen Arbeitskreis der beteiligten Gebietskörperschaften einzurichten, um schnell und effizient die nun anstehenden Entscheidungen vorzubereiten und abzustimmen, damit das Ziel erreicht werden könne, im Jahr 2022 – zum 150-jährigen Jubiläum der Zellertal-Bahn – wieder Züge auf der Strecke fahren zu lassen.

 

Bild: Am Bahnhaltepunkt in Harxheim überreichte Minister Dr. Volker Wissing (r.) den Förderbescheid des Landes an die Landräte Heiko Sippel (Alzey-Worms) und Rainer Guth (Donnersbergkreis) (v.l.).