Pegel der Pfrimm erreicht in Monsheim 1,80 Meter


MONSHEIM – In der Nacht von Montag auf Dienstag vergangener Woche ist der Pegel der Pfrimm in Monsheim massiv angestiegen, sodass die Hochwasser-Vorwarnstufe ausgerufen und die Funkeinsatzzentrale der Feuerwehr besetzt werden musste. Aufgrund der lang anhaltenden großflächigen Regenfälle im Donnersbergkreis stieg der Pegel in Albisheim innerhalb weniger Stunden auf 1,59 Meter. An der Tränkgassen-Brücke zwischen Monsheim und Kriegsheim lag der Wasserstand um 08:00 Uhr noch bei 1,60 Meter und erreichte gegen 10:00 Uhr den Höchststand von 1,80 Meter. Ab dieser Marke müsste nach der Alarm- und Einsatzplanung der Verbandsgemeinde Monsheim eigentlich der mobile Hochwasserschutz aufgebaut werden. Da jedoch glücklicher Weise für den Dienstag und die Folgetage keine nennenswerten weiteren Niederschläge gemeldet waren und der Pegel in Albisheim auch wieder deutlich fiel, konnte auf diese aufwändige Maßnahme verzichtet werden.

„Die Lage war durchaus einigermaßen kritisch“, bestätigt VG-Bürgermeister Ralph Bothe, der gemeinsam mit Ortsbürgermeister Kevin Zakostelny und dem 1. VG-Beigeordneten Michael Röhrenbeck sowie den stellvertretenden Wehrleitern Marco Steinebach und Tobias Tiedtke die Maßnahmen koordinierte. „Wenn sich der Dauerregen am Dienstag fortgesetzt hätte, wären wahrscheinlich auch die mobilen Hochwasserschutzeinrichtungen an ihre Grenzen gekommen.“ Und derzeit kann für das Frühjahr keinesfalls Entwarnung gegeben werden: „Die Böden im gesamten Einzugsbereich der Pfrimm sind gesättigt und die Uferböschungen aufgeweicht“, verdeutlicht Bothe. Daher könne der Pegel bei einem erneuten Stark- oder Dauerregen jederzeit sehr kurzfristig wieder extrem schnell ansteigen. „Die Entwicklung der letzten Tage zeigt sehr anschaulich, wie wichtig eine schnelle Umsetzung der geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen für die gesamte Ortslage ist“, unterstreicht auch Ortsbürgermeister Zakostelny.

Ausgangspunkt ist der Erlass der Rechtsverordnung zur Festsetzung eines Überschwemmungsgebietes an der Pfrimm innerhalb der Ortslage Monsheim durch das Land Rheinland-Pfalz im Jahr 2002. Um den daraus resultierenden Nutzungseinschränkungen und der Wertminderung der betroffenen Grundstücke entgegenzuwirken, aber insbesondere, um das Hab und Gut der Bürgerinnen und Bürger zu schützen, schlossen Orts- und Verbandsgemeinde eine Vereinbarung mit dem Land. Darin wurde festgelegt, dass die von einem „100-jährlichen Hochwasser“ bedrohten Ortsbereiche durch bauliche Maßnahmen geschützt werden und der somit entfallende Retentionsraum der Pfrimm westlich der Ortslage geschaffen wird.

Nach mehrjährigen Planungs- und Genehmigungsverfahren erfolgte schließlich 2010 der Planfeststellungsbeschluss, womit Baurecht geschaffen war. Bereits wenige Jahre später wurde oberhalb der Ortslage ein Sperrbauwerk errichtet, welches bei Hochwasser selbsttätig zu einem Rückstau führen und damit die Situation in der Ortslage entlasten soll. Der Bau der eigentlichen Schutzeinrichtungen verzögerte sich aber durch immer neue Berechnungen der SGD Süd bis heute. Die Gemeinde ist zur Finanzierung der auf rund 1,2 Mio. Euro veranschlagten Maßnahmen jedoch auf die Landesförderung angewiesen und muss daher eine Einigung mit der SGD erzielen.

Aktuell wurde die Planung in Folge dynamischer Berechnungen des Abflussverhaltens noch einmal geändert, sodass ein erneutes Planfeststellungsverfahren erforderlich wurde. Der abschließende Erörterungstermin dazu findet am kommenden Dienstag in Monsheim statt. Alle Beteiligten hoffen, dass das Verfahren dann zeitnah abgeschlossen wird und noch in diesem Jahr mit weiteren Bauarbeiten begonnen werden kann. Die Ortsgemeinde hat dafür jedenfalls alle notwendigen Vorbereitungen getroffen: So wurden in den letzten Jahren die benötigten Grundstücke erworben oder vertraglich gesichert und ausreichende Mittel im Haushaltsplan bereitgestellt. „Wir wollen schnellstmöglich bauen und hoffen jetzt auf die Einhaltung der Zusagen des Landes“, so Kevin Zakostelny, „Es wäre fatal, wenn trotz all der Vorarbeit der letzten Jahre das nächste Hochwasser doch noch eintritt, bevor die Schutzmaßnahmen fertiggestellt sind.“

 

Bild: Die Wirkung des Sperrriegels oberhalb der Ortslage und die Flutung des Retentionsraums „Große Wiese“ haben dazu beigetragen, dass der mobile Hochwasserschutz in Monsheim am vergangenen Dienstag nicht aufgebaut werden musste.

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