Dach des Ratssaals der Anhäuser Mühle muss umfassend saniert werden


MONSHEIM – Bereits im vergangenen Herbst hatten erste Untersuchungen ergeben, dass an der Dachkonstruktion des Ratssaals der Anhäuser Mühle Schäden vorhanden sind, die eine Sanierung erforderlich machen. Der Verbandsgemeinderat hatte daher bereits einen Betrag von 50.000 Euro in den Haushalt für 2020 eingestellt und die Firma Rinn aus Heidelberg mit der detaillierten Untersuchung des vorhandenen Tragwerks beauftragt.

Um witterungsbedingte Folgeschäden – zum Beispiel am Parkettfußboden – zu vermeiden, wurden die Arbeiten nicht im Winter ausgeführt, sondern sollten planmäßig im Frühjahr beginnen. Bei der weiteren Öffnung des Daches durch fachkundige Mitarbeiter des VG-Bauhofes wurde jetzt jedoch festgestellt, dass die Holzkonstruktion durch Fraßschäden und eindringende Feuchtigkeit wesentlich stärker geschädigt ist, als bisher angenommen.

VG-Bürgermeister Ralph Bothe verfügte daraufhin die sofortige Sperrung des Ratssaals für jegliche Nutzung. Durch die Verwaltung wurde das Ingenieurbüro Weisbrod + Partner aus Osthofen hinzugezogen. Die Fachleute stellten nach Auswertung der Untersuchungen fest, dass die Konstruktion in Folge der Schäden nicht mehr über eine ausreichende Tragfähigkeit verfügt und bei der Sanierung im Jahr 1986 offenbar von den Vorgaben des damaligen Statikers abgewichen worden war. Im Ergebnis ist nach Aussage der Ingenieure nun schnellstmöglich das Dach abzudecken und die Tragwerkskonstruktion komplett zu erneuern.

Um die Abwicklung zu beschleunigen wurde ergänzend das Architekturbüro Braun aus Worms mit der Erstellung der erforderlichen Bauantragsunterlagen und des Leistungsverzeichnisses für die Ausschreibung beauftragt. Bei einem Ortstermin in Anwesenheit von Landrat Heiko Sippel und einer Vertreterin der Denkmalschutzbehörde wurde ein Zeitrahmen für die Maßnahme abgesteckt. Die notwendige denkmalrechtliche Erlaubnis soll umgehend beantragt werden. Zwar sind sowohl das bisherige Tragwerk, als auch die Dacheindeckung nicht historisch, sondern stammen aus den 1980er Jahren; wegen des Ensembleschutzes der Anhäuser Mühle und einiger noch vorhandener historischer Balken ist jedoch die Zustimmung der Denkmalbehörde erforderlich.

Nun gilt es, die Planungen zeitnah abzuschließen und alle erforderlichen Anträge umgehend zu stellen. Landrat Sippel hat die Unterstützung seiner Behörde zugesagt. Nach erfolgter Ausschreibung müssen dann fachkundige Handwerksbetriebe gefunden werden, welche die Arbeiten möglichst kurzfristig ausführen können, damit der Ratssaal schnellstmöglich wieder zur Durchführung der Sitzungen des Verbandsgemeinderates und anderer Gremien, des Kulturprogramms und sonstiger Veranstaltungen genutzt werden kann. Das Abdecken der vorhandenen Ziegel und die Neueindeckung des Daches soll von Mitarbeitern des VG-Bauhofes, darunter ein gelernter Dachdecker und ein ausgebildeter Zimmermann, in Eigenleistung übernommen werden, um die Kosten im Rahmen zu halten.

Die Sitzungen des Verbandsgemeinderates am 18. März und 13. Mai 2020 sowie die Sitzung des Verwaltungsrates der AöR „Energieprojekte Monsheim“ am 06. Mai 2020 finden im Mehrzweckraum im Untergeschoss der Grundschule Monsheim statt. Die beiden kommenden Veranstaltungen des Kulturprogramms der Anhäuser Mühle werden in das Bürgerhaus nach Wachenheim verlegt.

 

Bild: Das Dach am Ratssaal der Anhäuser Mühle weist stärkere Schäden auf, als zunächst angenommen, sodass eine kurzfristige Sanierung unumgänglich ist.