Fassade des Mörstadter Rathauses wurde saniert


MÖRSTADT – Das im Jahr 1856 im neugotischen Stil errichtete Rathaus der Gemeinde Mörstadt präsentiert sich inzwischen – zumindest von außen – wieder in voller Pracht. Die Fassadensanierung – und damit der zweite Bauabschnitt der Sanierungsmaßnahmen – steht kurz vor dem Abschluss. Lediglich die Türen und Tore müssen noch aufgearbeitet werden.

Bereits im Jahr 2013 hatte der Gemeinderat beschlossen, das historische Gebäude in mehreren Schritten zu sanieren und dafür Förderanträge beim Land zu stellen. Aus dem Investitionsstock wurden 2014 zunächst 90.000 Euro für die Erneuerung der Dachkonstruktion bewilligt, welche in den Jahren 2015 und 2016 mit Gesamtkosten in Höhe von 125.000 Euro realisiert wurde.

Die Holzkonstruktion des Tragwerks war durch Fäulnis in Folge eindringender Feuchtigkeit und massiven Befall durch den gemeinen Hausbock und Nagekäfer stark geschädigt. An einigen Holzbauteilen waren Querschnittsverluste durch Insektenbefall von bis zu 50 % und durch Fäulnis von fast 100 % zu verzeichnen gewesen.

In enger Abstimmung mit der Denkmalpflege waren die Holzteile nach historischer handwerklicher Arbeitsweise repariert bzw. erneuert worden. Das Zierwerk am Ortgang wurde bereichsweise in Handarbeit entsprechend der Vorlage nachgebildet und ersetzt. Schließlich wurde die Dacheindeckung erneuert und dabei die speziell angefertigten Ziegel so ausgewählt, dass sie dem farblichen Charakter der Entstehungszeit mit seinen unterschiedlichen Nuancen sehr nahe kommt.

Für die im zweiten Bauabschnitt vorgesehene Sanierung der Sandsteinbauteile am gesamten Gebäude, der Eingangsbalustrade sowie der Fenster und des Außenputzes bewilligte das Land aus dem Investitionsstock 2017 eine Förderung von 170.000 Euro. Mit den Arbeiten wurde noch im gleichen Jahr begonnen. Auch hier waren nach Vorgaben des Denkmalschutzes spezielle Materialien zu verwenden und nach traditionellen Verfahren zu verarbeiten. Dafür waren in der Regel durchgehende Temperaturen von mindestens + 8° C erforderlich, welche in den letzten Monaten des Jahres 2018 leider nicht permanent erreicht wurden. Der Abschluss der Arbeiten verzögerte sich dadurch bis ins Frühjahr 2019.

An der Fassade zeigten sich insbesondere Schäden an den Sandsteingewändern, Sockelflächen und Fensterbänken, welche auf Witterungseinflüsse und Umweltbelastungen, aber auch auf eine schlechte Ausgangsqualität des Sandsteins und Fehler bei früheren Reparaturarbeiten zurückzuführen waren. Zu ersetzende Bauteile wurden maschinell vorgefertigt und dann vor Ort so behauen, dass diese in der Profilierung und den Maßen zu den verbliebenen Sandstein-Segmenten passten.

Wie der verantwortliche Fachplaner Dipl.-Ing. Harald Jansohn aus Worms erläutert, waren aber auch erhebliche Schäden an den Wänden und der Putzfläche zu beseitigen. Diese sind einerseits dadurch entstanden, dass bei einer weiter zurückliegenden Sanierung Putzmaterial ausgewählt worden war, welches bauphysikalisch und statisch nicht zu den Bestandsmaterialien passte. Eine weitere Ursache war aber auch der Umbau in der Giebelwand, wo nachträglich Fenster im Obergeschoss und ein großes Tor im Erdgeschoss eingebaut worden waren. Durch diese Maßnahme – bei der gebrannte Ziegelsteine an Stelle des behauenen Bruchsteinmauerwerks verwendet wurden – kam es zu Lastumlagerungen und dadurch bedingt zu Verformungen und anschließender Rissebildung.

Kurz vor Abschluss der Maßnahme liegen die Baukosten rund 5 % über der Kostenschätzung, was insbesondere auf die zusätzlich erforderliche Entsalzung der Sandsteine zurückzuführen ist. Ortsbürgermeister Horst Wendel lobte bei einem Ortstermin die qualitativ hochwertige Arbeit der beteiligten Handwerker und die hohe Kompetenz des Planers. In der neuen Wahlperiode wird sich der Gemeinderat mit der Frage beschäftigen, ob in einem weiteren Bauabschnitt nun auch das Innere des Gebäudes saniert werden soll. Die Sitzungen des vergrößerten Gemeinderates finden bis dahin im Nebenraum des DGH statt.      

 

Bild: Zum Abschluss seiner 20-jährigen Amtszeit als Ortsbürgermeister von Mörstadt freut sich Horst Wendel gemeinsam mit Architekt Harald Jansohn über die gelungene Sanierung der Rathausfassade.

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