Pläne für Hotel-Projekt am Bahnhof Flörsheim-Dalsheim vorgestellt


FLÖRSHEIM-DALSHEIM – Seit die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Verbandsgemeinde Monsheim (WFG) das Bahnhofsgelände in Flörsheim-Dalsheim im Jahr 2006 erworben hatte, wird eine sinnvolle Nutzung für das ehemalige Bahnhofsgebäude gesucht, welche auch zur Aufwertung des neu entstandenen Ortsmittelpunktes beiträgt. Jetzt konnte ein Investor gefunden werden, der seine Pläne bereits im Gemeinderat vorgestellt hat.

Wie VG-Bürgermeister Ralph Bothe als Aufsichtsratsvorsitzender der WFG mitteilte, möchte der aus Göllheim stammende Wiesbadener Bauunternehmer Ramazan Cetinel den seit vielen Jahren leerstehenden und stark sanierungsbedürftigen Bahnhof umbauen und erweitern, sodass ein Hotel mit voraussichtlich 54 Betten in 30 Zimmern und eine öffentlich zugängliche Gaststätte im Erdgeschoss entstehen. Das Gebäude soll dazu um einen Anbau in südlicher Richtung erweitert, um eine Etage aufgestockt und im Norden mit einem außenliegenden Treppenhaus und Aufzug versehen werden. Neben Hotelzimmern für Touristen und Geschäftsreisende möchte Cetinel gastronomische und räumliche Angebote schaffen, die auch Pendler, ortsansässige Familien und Gewerbetreibende ansprechen. „Es soll ein neuer Mittel- und Treffpunkt für die Gemeinde, ihre Einwohner und deren Gäste entstehen“, so der Unternehmer, der bereits das „Goldene Ross“ in Göllheim und den „Rosenthaler Hof“ in Kerzenheim saniert hat und in Eigenregie betreibt.

Die Planung für den Bahnhofsumbau stammt von den renommierten Frankfurter Architekten Frank Brammer und Luis Etchegorry. Sie wollen das historische Bestandsgebäude mit seiner Sandstein-Fassade erhalten und durch einen Anbau auf der Südseite und die Aufstockung in zeitgenössischer Formensprache zum Teil eines architektonischen Ensembles machen. Durch den Kontrast von Naturstein-Mauerwerk und der neuen, durch hölzerne Lamellen geprägten Fassade soll ein spannender Dialog von Alt und Neu entstehen.

Im Erdgeschoss nimmt der alte Bahnhof die Rezeption und Lobby des Hotels auf. Teile des Erdgeschosses werden auch als Frühstücksraum genutzt. Der Anbau hingegen beherbergt das unabhängig vom Hotelbetrieb zugängliche Restaurant. Großzügig verglaste Fensterflächen öffnen das Restaurant zum Bahnhofsvorplatz hin und ermöglichen eine Nutzung als Sommergarten. Die Gästezimmer des Hotels befinden sich in den oberen Etagen des Altbaus und des Anbaus. Sie werden über ein an der Nordseite angefügtes offenes Treppenhaus erschlossen. Die Aufstockung bindet den Anbau und das Treppenhaus mit dem Bestandsgebäude optisch zu einer Einheit zusammen und nimmt weitere Gästezimmer auf. Das flach geneigte Satteldach nimmt die ursprüngliche Dachform des Bahnhofsgebäudes auf. WC-Anlagen und Lagerflächen des Restaurants sollen im Gewölbekeller des Bahnhofs oder alternativ in einem Keller unter dem Anbau angeordnet werden.

Begrüßt wird das Hotel-Projekt insbesondere von den Tourismus-Fachleuten: „Auch vor der Schließung des ‚Wonnegauer Landgasthofs‘ in Mörstadt hat in der Verbandsgemeinde ein zeitgemäßes Beherbergungsangebot in dieser Größenordnung gefehlt“, betont beispielsweise Beate Hess, Leiterin der Tourist-Info Monsheim.

Nachdem der Ortsgemeinderat und auch das Kreisbauamt dem geplanten Vorhaben bereits grundsätzlich zugestimmt haben, soll in den nächsten Tagen der Bauantrag eingereicht und möglichst im Sommer mit dem Bau begonnen werden.

Damit käme auch das im Jahr 2001 begonnene Modellprojekt „Mittelstandsbahnhof“ zum Abschluss. Damals hatten Orts- und Verbandsgemeinde mit Unterstützung des Landes das Büro MediaStadt aus Frankfurt unter der Leitung von Prof. Wolfgang Christ beauftragt, ein Konzept unter dem Titel „Lebendige Ortsmitte Bahnhof“ zu entwickeln. In der Folge war 2005 der aktuell gültige Bebauungsplan beschlossen worden und 2010/11 die Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes durch Ortsgemeinde und Land erfolgt. Bereits bei der Einweihung der neuen Anlagen durch Innenminister Roger Lewentz war deutlich geworden, dass das Gesamt-Ensemble erst durch eine Sanierung und Umnutzung des Bahnhofsgebäudes abgerundet und vervollständigt werden kann. Bürgermeister Bothe ist zuversichtlich, dass dieser finale Schritt nun getan werden kann.

 

Bild: So soll der Gebäude-Komplex am Bahnhof in Flörsheim-Dalsheim nach dem Umbau und der Erweiterung aussehen.

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