Lebensräume wild lebender Arten erhalten


VG MONSHEIM / FLÖRSHEIM-DALSHEIM – Während über das Insektensterben in den Medien und der Öffentlichkeit zu Recht bereits umfassend informiert und diskutiert wird, findet der ebenso besorgniserregende Rückgang des Niederwildes und der heimischen Bodenbrüter noch weitgehend unbeachtet statt. Dabei kämpfen auch die im Offenland einst allgegenwärtigen Arten wie Rebhuhn, Feldlerche, Wachtel, Feldhase, Fasan und Co. heute ebenfalls ums Überleben.

Deshalb möchte die Verbandsgemeinde Monsheim – selbst Eigentümerin umfangreicher naturschutzrechtlicher Ausgleichsflächen – gemeinsam mit den örtlichen Jagdpächtern diese Thematik jetzt in den Focus rücken. VG-Bürgermeister Ralph Bothe wirbt daher für die Teilnahme möglichst zahlreicher Grundstückseigentümer an dem Wildschutzprogramm „Feld & Wiese“, welches der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz mit Unterstützung der Landesregierung auf den Weg gebracht hat. Der Verband veranstaltet dazu am 11. April in Mainz eine ganztägige Veranstaltung, um Entscheidungsträger aus Politik, Landwirtschaft, Weinbau und Umweltverbänden über die Möglichkeiten und Ziele des Förderprogramms zu informieren.

Gefördert werden u.a. die Anlage von Blühflächen in strukturarmen Offenlandbereichen, ein- und mehrjährige Brachen, die Anlage sogenannter „beetle banks“ (Käfer-Wälle), aber auch Rebhuhn-Fütterungen und das „Prädatorenmanagement“, also die Eindämmung der Bestände von Füchsen, sowie die Schaffung von Wildruhezonen. Konkret geht es um Zuschüsse zur Beschaffung geeigneter Saatgutmischungen ebenso, wie um finanzielle Zuschüsse für bestimmte Bewirtschaftungsformen und Pflegemaßnahmen.

Die Verbandsgemeinde Monsheim wird prüfen, ob Maßnahmen des Wildschutzprogramms auf eigenen Flächen umgesetzt werden können und wird Informationsveranstaltungen für Landwirte und Winzer initiieren. „Letztlich kann ein solches Programm, was sehr langfristig angelegt ist, nur Erfolg haben, wenn es in enger Abstimmung mit den Landwirten und den Winzern umgesetzt wird“, so Bothe, der bereits im intensiven Dialog mit örtlichen Jagdpächtern steht.

„Kurzfristig geht es aber auch darum, die Bürgerinnen und Bürger für die Thematik zu sensibilisieren, denn jeder kann einen Beitrag zur Erhaltung der einheimischen Wildbestände und zum Schutz ihrer Lebensräume leisten – zum Teil schon mit kleinen Maßnahmen.“ Gemeinsam mit den Jagdpächtern verweist Bothe in erster Linie auf die Gefahren durch freilaufende Hunde. Gerade in der jetzt bevorstehenden Brut- und Setzzeit würden Bodenbrüter und Niederwild in den wenigen vorhandenen Ruhezonen immer wieder durch unangeleinte Hunde gestört, teilweise sogar gejagt und gerissen. Da z.B. Rehe nur für kurze Zeit in hoher Geschwindigkeit flüchten könnten, haben sie bei Verfolgung durch einen konditionsstarken Hund oder erst Recht bei mehreren Hunden keine Chance und würden nach einer Hundeattacke letztlich qualvoll verenden, verdeutlicht der Nieder-Flörsheimer Jagdpächter Horst Blättler.

Mit einer neuen Beschilderung sollen Hundehalter in besonders sensiblen Bereichen nun verstärkt darauf hingewiesen werden, dass auch ohne eine örtliche Satzung während der Brut- und Setzzeit nach den Bestimmungen des Naturschutz- und des Landesjagdrechtes ein strikter Leinenzwang besteht. Leider messen viele Hundehalter der Problematik nicht die nötige Bedeutung bei.

„Es ist fast unmöglich, die Gemarkungen jederzeit flächendeckend zu kontrollieren, deshalb appellieren wir an die Vernunft und Einsicht der Hundehalter“, betont Ralph Bothe. Das Ordnungsamt werde jedoch gemeinsam mit den Jagdpächtern verstärkt auf unbefugte Nutzung der Wirtschaftswege mit Fahrzeugen achten und weiterhin gezielt illegalen Müllablagerungen nachgehen, da auch diese eine Gefahr für wild lebende Tiere darstellen können.

 

Bild: Bürgermeister Ralph Bothe stellte gemeinsam mit den Nieder-Flörsheimer Jagdpächtern Horst, Klaus und Thomas Blättler die neue Beschilderung vor, die in den nächsten Tagen in den Gemarkungen angebracht werden soll.

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