Sanierung des historischen Rathauses in Hohen-Sülzen abgeschlossen


HOHEN-SÜLZEN - Die Sanierung des Rathauses in der Ortsgemeinde Hohen-Sülzen ist abgeschlossen. „Den Bürgerinnen und Bürgern, der Dorfgemeinschaft, den Vereinen und den Gästen der Gemeinde steht nun auch ein neuer Multifunktionssaal im Erdgeschoss zur Verfügung, der einschließlich der Toilettenanlagen vollständig barrierefrei nutzbar ist,“ teilt Ortsbürgermeister Kurt Görisch mit und ist durchaus stolz auf das gelungene Projekt.

Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf ca. 360.000 €, die zu knapp 60 Prozent gefördert werden. Dabei wird die Sanierung und die Umnutzung der Räumlichkeiten des Gebäudes über das Dorferneuerungsprogramm des Landes Rheinland-Pfalz mit 185.500 € unterstützt, während die Anschaffung der Küchenzeile sowie der neuen Möbel in Verbindung mit der modernen technischen Ausstattung über das LEADER-Programm im Zuge der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ mit 24.598 € gefördert wird, wie VG-Bürgermeister Ralph Bothe als Vorsitzender der LEADER-Region „Rhein-Haardt“ mitteilte.

Das zentral gelegene, unter Denkmalschutz stehende historische Rathaus aus dem 16. Jahrhundert musste 1906 aufgrund eines Brandes bis zum Erdgeschoss abgetragen werden und wurde nach dem historischen Vorbild wieder vollständig aufgebaut. Von 1998 bis 2002 wurde das Gebäude umfangreich im Dach- und Fassadenbereich saniert. Im Jahre 2015 beschloss der Ortsgemeinderat, die Fassade mit dem detailverliebten Fachwerk erneut zu sanieren, da insbesondere der Sockelbereich und die Gefache bauliche Mängel aufzeigten. Außerdem sollte das Erdgeschoss mit dem Ausbau eines multifunktional nutzbaren Raumes und einer barrierefreien Toilettenanlage für die Dorfgemeinschaft aufgewertet werden.

Der Beginn der Maßnahme war im März 2016 erfolgt. Für die Planungsleistungen und die Bauleitung wurde der Architekt Lothar Schneider von der A1 Planungsgesellschaft AG in Worms beauftragt. Die Betreuung auf Seiten der VG-Verwaltung übernahm Dorfplaner Dipl.-Ing. Dennis Zimmermann. Um den ortstypischen, identitätsbildenden Charakter des Gebäudes durch die Sanierung nicht zu beeinträchtigen, wurde das Vorhaben  in allen Einzelheiten über die gesamte Bauphase hinweg mit Vertretern der Denkmalpflege abgestimmt.

Nach der Entrümplung des Dachbodens konnten die neuen Heizungsinstallationen durchgeführt und die Gastherme in einem neugedämmten Bereich des Dachbodens eingebaut werden. Die Räume im Obergeschoss erhielten neue Heizkörper, das Erdgeschoss wurde mit einer modernen Fußbodenheizung ausgestattet. In einem nächsten Bauabschnitt wurden die Strom- und Wasserinstallationen für die neuen Sanitäranlagen im Erd- und Obergeschoss  hergerichtet. Auch ein neuer Anschluss für Breitbandinternet wurde verlegt.

Um den Raum im Erdgeschoss auch bei Veranstaltungen mit erhöhtem Platzbedarf sinnvoll nutzen zu können, wurden die vorhandenen statischen Elemente einer zentral positionierten Stütze und aufliegender Balken aus Holz, durch eine Konstruktion aus Stahlträgern ersetzt, so dass auf eine Stütze innerhalb des Raumes verzichtet werden konnte.

Es folgten umfangreiche Putz- und Malerarbeiten innerhalb des Gebäudes, die Herstellung eines, für mobilitätseingeschränkte Personen geeigneten Durchgangs zwischen dem Multifunktionsaal und dem WC-Bereich mit Rampe und Handlauf im Erdgeschoss sowie der Einbau der Trockenbauwände, der Waschbecken und der Armaturen für die Toilettenbereiche in beiden Geschossen. Zudem wurden die zwei in die Jahre gekommenen Holztore an der West- und Südseite der Fassade durch vollständig neu geschreinerte, originalgetreue Tore ersetzt. Zur Verbesserung der Belichtung der angrenzenden Räumlichkeiten, wurden einige Bereiche in den oberen Torbögen mit Glasflächen ausgeführt. Außerdem wurden die mundgeblasenen Sprossenfenster im Erdgeschoss sowie die Holzklappläden fachmännisch restauriert und zur Herstellung einer verbesserten Energieeffizienz durch Innenfenster ergänzt.

Im letzten Abschnitt der Maßnahme wurden die Fassade und auch die Gefache, entsprechend der historischen Bausubstanz, neu verputzt und die Holzelemente am Fachwerk, an den Gewänden und Gesimsen ausgebessert, neu angestrichen und mit einer Schutzschicht versiegelt.

Ausgestattet wurde der neue Raum im Erdgeschoss mit einer Küchenzeile, Einbauschränken und zeitgemäßer Audio- und Videotechnik. Zudem gibt es neue Klapptische und Stapelstühle, die bei Bedarf flexibel eingesetzt werden können. Für den Ratssaal wurden neugeschreinerte Stühle, gestalterisch an den vorhandenen historischen Stühlen angepasst und eine Verlängerung des Ratstisches angeschafft.

 

Bild: Die Küchenzeile ist das „Herzstück“ des neuen, barrierefrei zugängliche Multifunktionsaal im Erdgeschoss des Rathauses.

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