Neues Drehleiterfahrzeug an die Feuerwehr Monsheim übergeben


VG MONSHEIM – Selten konnte eine Investition in diesem Umfang so kurzfristig realisiert werden: Bei der Beschaffung eines Drehleiter-Fahrzeuges DLK 23-12 für die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Monsheim waren sich nicht nur alle Fraktionen im Verbandsgemeinderat einig; auch die ADD in Trier und die Kreisverwaltung in Alzey erkannten den Bedarf kurzfristig an und stellten Fördermittel in Aussicht.

Erst im Frühjahr 2017 hatte der Verbandsgemeinderat einstimmig eine Anpassung der Risikoklasseneinteilung – insbesondere für die Ortsgemeinden Flörsheim-Dalsheim und Monsheim – beschlossen und das Fahrzeugbeschaffungskonzept fortgeschrieben. Wesentlicher Grund waren die bauliche Entwicklung der vergangenen Jahre und die erwarteten zukünftigen Baumaßnahmen. Wie Bürgermeister Ralph Bothe verdeutlicht, war für die Entscheidung weniger die Ansiedlung von großen Gewerbebetrieben ausschlaggebend, als vielmehr die wohnbauliche Entwicklung. Durch die Verknappung und Verteuerung von Baugrundstücken in Neubaugebieten käme es immer häufiger zum Ausbau von Dachgeschossen, zur Aufstockung von Gebäuden und auch zum Neubau mehrgeschossiger Wohn- und Geschäftshäuser in den Ortskernen. Dieser Trend werde vom Gesetzgeber auf Bundes- und Landesebene durchaus gefördert, um den Flächenverbrauch zu reduzieren.

In der Konsequenz muss die Verbandsgemeinde als Träger der Feuerwehr auch den zweiten Rettungsweg in ausreichendem Umfang sicherstellen. Dies kann aus Sicht der Verwaltung zukünftig weder über Steckleitern, noch über Hubrettungsfahrzeuge aus Worms oder Osthofen gewährleistet werden, welche eine Anfahrtszeit von mehr als 30 Minuten haben. Daher bekam die Beschaffung eines eigenen Drehleiterfahrzeuges oberste Priorität. Im August 2017 wurde ein entsprechender Förderantrag beim Land gestellt und bereits im September der Bedarf anerkannt. Im März 2018 entschied der Kreisausschuss, dass das Fahrzeug in das überörtliche Alarmierungskonzept des Landkreises Alzey-Worms integriert werden soll und sich der Landkreis mit 90.000 Euro an den Kosten beteiligt. Der Landeszuschuss beträgt 227.000 Euro.

Da die reguläre Lieferzeit für derartige Fahrzeuge zur Zeit rund 18 Monate beträgt, war es ein glücklicher Umstand, dass durch Vermittlung von Kreisfeuerwehrinspekteur Michael Matthes ein neuwertiges Vorführfahrzeug bei dem Drehleiter-Verleih Michael Schnitker in Nierendorf gekauft werden konnte, welches mit einem Gesamtpreis von 558.000 Euro deutlich kostengünstiger zu erwerben war, als jüngste Ausschreibungsergebnisse befürchten ließen. Der Eigenanteil der Verbandsgemeinde beträgt somit 241.000 Euro und kann ohne Kreditaufnahme finanziert werden. Zusatzausrüstung im Wert von 5.000 Euro steuert der Förderverein der Monsheimer Feuerwehr bei.

Das neue Drehleiterfahrzeug DLK 23-12  des Herstellers Magirus Brandschutztechnik Ulm auf einem Scania-Fahrgestell verfügt über eine insgesamt 32 Meter lange Leiter mit Korb, welche bei einem Abstand von 12 m zum Gebäude noch eine Höhe von 23 m erreichen kann. Der Korb hat eine Tragkraft von 400 kg und ist für bis zu 4 Personen zugelassen. An ihm kann auch eine Rettungstrage fixiert werden.

Bei der Übergabe des Fahrzeugs an den Monsheimer Wehrführer Karl-Hermann Milch unterstrich Bürgermeister Bothe: „Es handelt sich zwar um eine erhebliche Investition, aber wenn wir im Laufe der Jahre damit nur ein Menschenleben retten könne, war das Fahrzeug jeden Cent wert.“

Ähnlich äußerte sich Landrat Ernst-Walter Görisch, der insbesondere die gute interkommunale Zusammenarbeit im Brand- und Katastrophenschutz im Landkreis lobte. Kreisfeuerwehrinspekteur Michael Matthes und der stellvertretende VG-Wehrleiter Eike Milch verwiesen auf die enorme Herausforderung und Verantwortung, die mit dem neuen Fahrzeug auf die ehrenamtlichen Einsatzkräfte zukommen. Vier Feuerwehrkameraden wurden in den letzten Wochen bereits bei der Berufsfeuerwehr in Remagen an dem Fahrzeug ausgebildet und auf zukünftige Einsätze vorbereitet. Weitere sollen in den nächsten Monaten folgen.

 

Bild: Schlüsselübergabe für das neue Drehleiterfahrzeug durch Bürgermeister Ralph Bothe an den Monsheimer Wehrführer Karl-Hermann Milch in  Anwesenheit von Landrat Ernst-Walter Görisch, Fördervereinsvorsitzendem Ralf Neumann, Kreisfeuerwehrinspekteur Michael Matthes und dem stv. VG-Wehrleiter Eike Milch (v.l.).

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