Ortsgemeinde Monsheim erwirbt Gewerbegelände an der Wormser Straße


MONSHEIM – Eine zentrale Aufgabe der Gemeinden ist es, die ortsbauliche Entwicklung zu steuern und entstandene Missstände zu beseitigen. Häufig fehlen jedoch die finanziellen Mittel, um von öffentlicher Seite in größerem Umfang tatsächlich eingreifen zu können.

Die Ortsgemeinde Monsheim hat sich nun dafür entschieden, die zuletzt unbefriedigende Situation im Bereich der Wormser Straße zu regeln und dafür ein ca. 8.600 m² großes Gelände erworben, auf dem derzeit diverse Gewerbebetriebe tätig sind. Wegen der rundum unmittelbaren Nähe zur Wohnbebauung war es jedoch bereits in der Vergangenheit immer wieder zu Konflikten gekommen. „Und wir mussten davon ausgehen, dass sich die Situation mit einem privaten Investor, der die Fläche unter wirtschaftlichen Aspekten optimal ausnutzen möchte, noch weiter verschärfen wird,“ begründet Ortsbürgermeister Michael Röhrenbeck das Engagement der Gemeinde.

Gemeinsam mit VG-Bürgermeister Ralph Bothe hatte Röhrenbeck die Verhandlungen mit dem derzeitigen Eigentümer, dem aus Monsheim stammenden Unternehmer Edmund Kunke, der jetzt im kanadischen Vancouver ansässig ist, geführt. Grundlage war ein einstimmiger Beschluss des Ortsgemeinderates, das Gelände mittelfristig zu einer Wohnbaufläche umzuwidmen. Finanziert wird die erhebliche Investition aus Erlösen des Grundstücksverkaufs im Gewerbegebiet „Monsheim-Ost / Gleichgewann“. Durch Einnahmen aus den längstens noch bis 2020 laufenden Mietverträgen und dem späteren Verkauf der parzellierten und erschlossenen Baugrundstücke soll sich die Investition für die Gemeinde weitgehend amortisieren.

Auf dem Gelände zwischen Wormser Straße und Burgunderstraße, welches sich seinerzeit am östlichen Ortsrand befand, hatte in den 1960er Jahren zunächst die Firma Bub Werkzeuge, Baubedarf und Elektrogeräte verkauft. Später waren hier unter anderem ein Kellereiartikelhändler, ein chemisches Unternehmen und ein Getränkemarkt ansässig. Im Laufe der Jahre wurden die Gebäude häufig erweitert und umgebaut. Ab 1982 bis Mitte der 2000er Jahre wurde in dem größten Gebäudeteil ein REWE-Lebensmittelmarkt betrieben. Im Jahr 2001 eröffnete Bernd Schäufle im Seitentrakt das Fitness-Studio Wonnegau, welches unter seinem Nachfolger bis 2011 auf zwei Etagen untergebracht war. Heute sind noch ein metallverarbeitender Betrieb, eine Autowerkstatt und ein Gastronomiebedarfshandel auf dem Gelände ansässig.

„Wir sind derzeit mit den Firmeninhabern im Gespräch, um Ihnen andere Standorte in der Verbandsgemeinde, insbesondere im Gewerbegebiet Monsheim anzubieten“, erläutert VG-Bürgermeister Ralph Bothe, „Eine Verlängerung der Mietverträge über 2020 hinaus kommt für die Gemeinde jedoch nicht in Betracht, weil dann der eigentliche Sinn der Maßnahme, nämlich eine geordnete ortsbauliche Entwicklung dieses Gebietes, dauerhaft nicht zu erreichen wäre.“

So sieht es auch Ortsbürgermeister Michael Röhrenbeck: „Ziel der Gemeinde ist der Abbruch der bestehenden Gebäude, die Sanierung und Erschließung der gesamten Fläche und die Vermarktung bebaubarer Grundstücke. Damit begegnen wir der steigenden Nachfrage nach Bauplätzen in unserer Gemeinde und erreichen eine nachhaltige Wertsteigerung aller umliegenden Grundstücke.“

Nach ersten unverbindlichen Planungen der VG-Bauabteilung könnte das Gelände durch eine Stich- oder Ringstraße von der Burgunderstraße aus erschlossen werden und ca. 15 Bauplätze für Einzelhausbebauung entstehen. Denkbar wären jedoch auch andere Wohnformen.

 

Bild: Ortsbürgermeister Michael Röhrenbeck und VG-Bürgermeister Ralph Bothe werden von Vorbesitzer Edmund Kunke über die Bestandspläne der Liegenschaften an der Wormser Straße informiert.

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