Neues Tor am Hofeingang der Anhäuser Mühle


MONSHEIM – Am Zugang zum Innenhof der Anhäuser Mühle wurde das schäbige Holztor entfernt und durch ein zweiflügeliges schmiedeeisernes Bogeneingangstor ersetzt, welches feuerverzinkt und anthrazitfarben lackiert wurde. Mit der Ausführung der Arbeiten wurde der Alzeyer Metallbauer Gräf beauftragt. Die Kosten belaufen sich auf ca. 6.500 Euro.

Das bisherige Tor, eine sehr einfache Holzkonstruktion, hatte sich über die Jahre durch Witterungseinflüsse und Beschädigungen derart verzogen, dass eine Reparatur nicht mehr möglich war. Das neue Metalltor ist in seiner Gestaltung dem historischen Haupteingangstor an der Alzeyer Straße nachempfunden, welches vor einigen Jahren durch den Flörsheim-Dalsheimer Kunstschmied Neithard Obenauer aufwändig saniert worden war. Die offene Konstruktion ermöglicht auch außerhalb der Öffnungszeiten der VG-Verwaltung den Besuchern einen Einblick in den Innenhof des denkmalgeschützten Ensembles.

Das Verwaltungsgebäude der Verbandsgemeinde Monsheim ist eines der geschichtsträchtigsten in unserer Region und erfordert entsprechend ständigen Unterhaltungsaufwand, dafür bietet es jedoch auch ein einzigartiges Ambiente für kulturelle Veranstaltungen, Eheschließungen, Ausstellungen und Märkte. Um das historische Ensemble zu erhalten wird die Verbandsgemeinde nach Beschluss des BAU-Ausschusses auch im kommenden Jahr weitere Arbeiten beauftragen. So wird bereits in diesem Winter der alte Baumbestand auf der Westseite von einem Baumpfleger überarbeitet und im Frühjahr sollen gezielt Neupflanzungen von Bäumen erfolgen, um zukünftige Ausfälle ersetzen zu können. Die hiebreife Pappelreihe auf der Grenze zur Weinlagerhalle Boxheimer wird entfernt, um die Entwicklungschancen der nachwachsenden Buchen zu verbessern.

Ebenfalls saniert wird der Brunnen im Innenhof mit der Bronzeskulptur der „Hinkelsteinerin“ des Wormser Künstlers Gustav Nonnenmacher. Die Plastik wurde bereits demontiert und in eine Fachwerkstatt nach Süßen verbracht, wo sie ursprünglich gegossen wurde und nun überarbeitet wird. Im Frühjahr sollen die Becken des Brunnens ausgekleidet und die Sandsteineinfassung erneuert werden. Außerdem muss die Wassertechnik des Brunnens ausgetauscht werden.

Zur Historie der Anhäuser Mühle: Am 10. September 1714 unterzeichneten der Monsheimer Schloßherr Samuel de la Roche und der Müller Wilhelm Bihn einen Lehnsvertrag, in welchem der Aufbau der "Unteren Schloßmühle" geregelt war. Bis in die 1950er Jahre wurde das Anwesen immer weiter ausgebaut und als Getreidemühle bewirtschaftet. Der Wasserantrieb erfolgte über einen Mühlgraben von der Pfrimm. Entlang des kleinen Flüsschens gab es einst bis zu 66 Wassermühlen. Nach der letzten Müller-Familie wird das Anwesen heute als Anhäuser Mühle bezeichnet.

Im Jahr 1977 erwarb der Unternehmer und Reitsportler Dr. Wilfried Bechtolsheimer gemeinsam mit seiner Frau Ursula - der Tochter des Alzeyer Massa-Gründers und Milliardärs Karl-Heinz Kipp - das inzwischen heruntergekommene Anwesen und sanierte es aufwändig. Das alte Mühlengebäude wurde zu einem großzügigen Wohnhaus umgebaut und die Nebengebäude dienten als Pferdestall. Das Gelände des heutigen Wertstoffhofs und die inzwischen unter Naturschutz stehende ehemalige Sandgrube wurden als Trainingsparcours für Military-Reiter genutzt. Im Jahr 1985 wanderte die Familie nach Großbritannien aus und verkaufte das gesamte Anwesen für rund 2 Mio. D-Mark an die Verbandsgemeinde Monsheim.

In den Folgejahren wurde die Anhäuser Mühle zu einem modernen Verwaltungssitz in einem historischen und denkmalgeschützten Gebäudekomplex umgebaut. Als letzte größere Baumaßnahmen erfolgten im Jahr 2004 der Ausbau des Dachgeschosses im Nebengebäude zum Archiv und die Einrichtung der Tourist-Info in der Remise im Jahr 2009. Derzeit werden an der südwestlichen Gebäudeecke ein Konferenzraum und zwei Büros angebaut.

 

Bild: Das neue schmiedeeiserne Hoftor ermöglicht jederzeit einen Blick in den Innenhof der historischen „Anhäuser Mühle“.

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